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Wenn es bewusst nicht mehr weitergeht ...

Die Seele in der Hypnose

Psychologie.
 
Auch hier steht alles Kopf.
 
In der „Lehre über die Seele“ haben wir die Seele heraussubtrahiert, sie in eine religiöse Kammer verbannt. Das ist so, als würden wir in der Biologie nur Steine beschreiben oder in der Anthropologie nur Häuser studieren. 
Obwohl in der Nahtodforschung die Existenz des Bewusstseins (siehe u.a. Pim van Lommel) und, je nach Auslegung auch der Seele tausendfach bestätigt wurde, tut die Psychologie so, als sei es nur ein unbequemes und veraltetes Konzept. Tatsächlich kenne ich aber kaum jemanden, der nicht eine Seele annimmt. 
Lange habe ich mich gesträubt dieses Wort überhaupt in den Mund zu nehmen. Doch: wir erleben sie in jeder Sekunde, wir atmen durch sie, wir drücken uns durch sie aus. Sie ist erfahrbar, immer wieder. Immer anders. Und sie erfährt auch ohne unser bewusstes Tun.
 
Auch die klassische, oft mechanistische Hypnotherapie schafft es nur leidlich, jenseits einer funktionalen Psyche zu schauen. Erfolgreich bemüht um Wissenschaftlichkeit, begrenzt sie sich gleichermaßen. Einerseits verständlich, weil sie auch im Alltag hochwirksam ist. Andererseits schließt sie sich wissenschaftlichen Dogmen an, um Ernst genommen zu werden und schließt damit die Seele aus.
Hypnotherapeuten und Psychologen die ehrlich sind, erleben sie eigentlich jeden Tag.
Das ist bemerkenswert, denn die Hypnose ist ein Tor zu vielen inneren Systemen, indirekt zu allen Systemen des Menschseins. Wenige scheinen die Gesamtheit zu erforschen und bleiben entweder an den oft oberflächlichen Bildern oder Konzepten hängen. Nur: Konzepte machen manche Erfahrungen nahezu unmöglich. 
Neben der mechanistischen Hypnose gibt es aber auch eine moderne, eine Offene. Ein Spiel von Raum und Erleben, von Bildern und Gefühlen. Hypnose ist eine Technik, die so vielfältig angewandt werden kann wie das Denken selbst. Und so unterschiedlich Denken sein kann, kann es auch das Erleben der Trance sein. 
Durch Hypnose geraten wir in Trance; dem Zustand in dem wir unterschiedlichste Erfahrungen machen können, von „wegtreten“, Selbsterfahrung bis zur höchsten und bewussten Meditation. Es ist die Konzentration des begrenzten Bewusstseins auf ein anderes, inneres System. Das kann körperlich sein, das kann psychisch oder gar seelisch sein. Das kollektive Unbewusste kann genauso erfahren werden, wie das Unbewusste der eigenen Familie. Oder das des gesamten Universums. 
Wählen wir die Trance gehen wir durch ein Tor, innere Systeme offenbaren sich. Da das Bewusstsein nur ganz wenig von den Inhalten des Unbewussten versteht, kommen nur extrem komprimierte Informationen an.
 
Wollen wir wirklich ein Umkehren aus den Wirren dieser Welt, ja dann müssen wir uns selber kennen lernen. Für das Unmögliche offen sein, nichts darf ausgeschlossen werden. Würde das Bewusstsein alle Impulse verarbeiten, die das Unbewusste in einer Sekunde verarbeitet, bräuchte es 5 ganze Monate! Wir haben kaum Vorstellung davon, was wir als Gesamtwesen erleben.
Wie ein Forscher durchschreiten wir die Räume des Seins, immer bewusst, dass das Bewusstsein nur Bruchteile des Ganzen ahnen kann. Wer sich traut alle Konzepte fallen zu lassen, versteht, dass wir der Gehängte sind. Alles wurde umgedreht, in klarer und direkter Sicht versteckt.
 
Das Ganze kann aber erfühlt werden. Da wir aber Bewusst nie das Unbewusste direkt erfahren, sondern immer nur die Interpretation unseres Strukturbewusstseins, bleibt uns nur die Öffnung; die Bewegung jenseits der Grenzen.
Weg von Chakren, Reinkarnationen, Reiz-Reaktionen, Depressionen, Schemata, Lamas, Gurus, Erwachten und andere Konzeptjünger, die das Bewusstsein mit ihren Interpretationen blockieren. Hin zu einer offenen Seelenerfahrung, was immer das für eine Person bedeutet.
Das Wissen der Äonen ist in uns; diese Erfahrung ist vom Bewusstsein nicht verstehbar, die Möglichkeiten bleiben bislang unerforscht. Und doch gibt es in uns diesen Teil, der all dies erfährt. Die Seele.
 
Hypnose kann ein Weg sein. Ein ganz ehrlicher, ein ganz nackter, ein sumpfiger, zeitweise auch ein verwirrender Weg, bis man wieder ganz neu in der Welt steht. Hypnose kann befreien, sie kann öffnen und neu ausrichten, sie macht das numinose erlebbar. 
Die Seele ist spätestens dann wieder für das Individuum selbstverständlich. Und dann erst wieder haben wir eine echte Psychologie, eine echte Lehre der Seele und kein Stückwerk, das uns vom wissenschaftlichen Dogma du jour vorgeschrieben wird.